Fünfzig Menschen aus griechischen Flüchtlingslagern nach Osnabrück bringen

Am 14. Juni hat der Rat der Stadt Osnabrück mit großer Mehrheit beschlossen, unseren Plan „50 Menschen aus griechischen Lagern nach Osnabrück zu holen“, zu unterstützen. Die Grundlage für die Umsetzung ist das Relocation-Programm. Mehr …

Von unserer Partnerorganisation „Naomi“ in Thessaloniki sind mittlerweile fast alle Familien und Freunde der Osnabrücker Geflüchteten besucht worden. Über Whatsapp haben viele der Betroffenen jetzt Kontakt untereinander und mit uns. Der Alternate Minister Ioannis Mouzalas hat uns geschrieben und höflich zum Ausdruck gebracht, dass die monatlichen Aufnahmezahlen das Kernproblem sind.

Deutschland hatte zugesichert insgesamt 27.500 Geflüchtete aus Griechenland und Italien innerhalb von 2 Jahren aufzunehmen. Jetzt ist das erste Jahr schon fast verstrichen und Deutschland hat noch nicht einmal 0,7% der Zahl aufgenommen. (192 Personen bis September 2016, siehe hier)

Der Grund für diese empörende Situation ist die Weigerung des Kanzleramts und des Innenministeriums adäquate monatliche Aufnahmequoten an Griechenland und Italien zu melden. In  den monatlichen Berichten der EU-Kommission wird Deutschland regelmäßig dafür kritisiert. Aber da dieses empörende Verhalten Deutschlands in den Medien kaum erwähnt wird, ist es nicht im öffentlichen Bewusstsein und Frau Merkel kann ihren stillen Boykott weiter durchziehen.

Schreiben Sie Frau Merkel, Ihren Abgeordneten oder auch Außenminister Frank Walter Steinmeier, der unsere Initiative kennt. Bitten Sie um Unterstützung.

Mehr Informationen über Relocation und was Sie tun können


59.694 Geflüchtete stecken laut offiziellen UNHCR-Daten in Griechenland fest (Stand 9. September 2016). Ihre Lage ist katastrophal. Seit der Schließung der Grenzen können sie nicht weiter und zurück nach Hause können sie auch nicht. Das Lager Idomeni bleibt das Synonym für eine Schande für ganz Europa. Über 10000 Menschen, unter ihnen viele Frauen und Kinder, harrten dort im Schlamm aus, wollten nicht aufgeben.

Idomeni
Urheber: ververidis / 123RF Lizenzfreie Bilder

Idomeni wurde Ende Mai geräumt aber verbessert hat sich die Lage der Geflüchteten nicht. Ganz im Gegenteil – aber sie haben noch immer die Hoffnung, doch noch irgendwie nach Europa zu kommen. In vielen Fällen auch ihren nächsten Familienangehörigen zu folgen.

Ein Blick zurück in den Mai 2016:

Naomi
Naomi

Wir, eine Initiative von Osnabrücker Organisationen, wollen ein Zeichen setzen und fünfzig von ihnen nach Osnabrück holen. (siehe Neue Osnabrücker Zeitung vom 12. Mai). Das ist nicht viel und doch mehr als nichts. Osnabrück leistet Großartiges in der Hilfe für geflüchtete Menschen. Die Stadt, gemeinnützige Organisationen, Kirchengemeinden und unzählige Ehrenamtliche unterstützen die Ankommenden in einem Maß, wie es kaum jemand für möglich gehalten hätte. Wir sind uns sicher: Hier ist auch Platz für weitere 50 Personen!

Idomeni
Urheber: ververidis / 123RF Lizenzfreie Bilder

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, einzelnen Ratsmitgliedern und in Gesprächen, unter anderem mit dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius, haben wir einen Weg gefunden, wie Geflüchtete aus Griechenland nach Osnabrück geholt werden können. Es haben sich bereits in Osnabrück lebende Flüchtlinge bei uns gemeldet, die Familienangehörige oder Freunde in Griechenland haben und die wir eventuell für eine Umverteilung nach Osnabrück vorschlagen können – auch, wenn wir immer deutlich dazu sagen, dass es ein Versuch ist und wir nichts versprechen können. Über die Flüchtlingshilfsorganisation Naomi aus Thessaloniki sind wir dabei, vor Ort Kontakt zu diesen Menschen aufzunehmen und ihnen bei der Erledigung der Formalitäten behilflich zu sein.

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