Brief an den Innenminister

Sehr geehrter Herr Innenminister,

in Griechenland wird die Nachricht verbreitet, dass Innenminister de Maiziere vorhat, Flüchtlinge nach den Dublin Verordnungen wieder nach Griechenland zurückzuführen, es sei der griech Regierung zuzumuten, die Menschen zu versorgen und die Menschen an der Grenze abzuwehren.

wie können Sie solche Pläne in die Welt setzen, ohne eine Prüfung der Verhältnisse vorgenommen zu haben, woher bekommen Sie Ihre Bericht über die Versorgung von Flüchtlingen in Griechenland?
Wissen Sie, dass für den Winter noch nicht gneügend feste Unterkünfte bereit gestellt wurden, dass Tausenede noch in provisorischen Zelten ohne festen Boden und ohne Betten hausen, dass kranke Menschen nicht medizinisch versorgt werden und Kinder vor Erschöpfung auf dem Schotter schlafen? Dass Frauen mit ihren Neugeborenen gleich nach der Entbindung wieder in Zelte geschickt werden mit vielen MitbewohnerInnen, dass die Ernährung so schlecht ist, dass Menschen Mangelerscheinungen zeigen und Diabetes Kranke bleibende Schäden beibehalten. Die Sitaution in den Camps ist eine einzige Katastrophe und schreit zum Himmel! Das Schleuserwesen blüht, weil es den Menschen die einzige Hoffnung bietet, diese Hölle verlassen zu können. Viele kommen ausgeraubt und geschlagen durch staatliche Beamte der Nachbarländer oder Schleuser wieder zurück, es gibt zunehmend Tote auf der Route.

Die großen Gelder der Eu gingen an nicht-griechische Hilfsorganisationen, und nicht an die griechische Regierung. Vielleciht überprüfen Sie einmal, wie sehr die deutschen Organisationen in die Gänge gekommen sind und hier schon Hilfe geleistet haben. Wir sehen davon so gut wie nichts…oder nur unzureichend! Bitte machen Sie Politk für Menschen aufgrund von Tatsachen und nicht aufgrund ihrer wie auch immer begründeten Befürchtungen. Wir helfen Ihnen gern dabei, ein realistisches Bild von der katastrophalen Versorgung der Flüchtligne in Griechenland zu vermitteln:

Am 03.09.2016 um 10:18 schrieb Dr Khalil Kermani vom Kulturverein Avicenna aus Köln:
„Softex
Zur Zeit leben 1100 Menschen, überwiegend Syrer in Softex, einer alten Fabrikhalle , weit ausserhalb Thessalonikis. Es gibt Dixi-Klos und auch kalte Duschen , mageres Essen, aufgefrischt von pakistanisch-englischen NGO’s außerhalb des Lagers. Sie haben auch einen comfortablen Medizinbus, zur Zeit, außer uns, ohne Ärzte und mit wenig Medikamenten bestückt. Die Ärzte im Lager würden nach Aussagen der Patenten alles mit paracetamol behandeln und notwendige stationäre Behandlungen zwar rezeptieren, aber nicht veranlassen. So liegen denn auch viele bettlägerig, oft alleine, weil ihre Angehörigen umgekommen sind , ihren Zelten. Es gibt Strom für Ventilatoren und Glühbirnen sowie manchmal einer Kochplatte, aber das zweipolige, oft nur lose verknotete Kabelnetz ist eine Katastrophe und äußerst lebensgefährlich. Wir wollen heute mit UNHCR darüber sprechen, befürchten aber, dass dann höchstens der Strom ganz abgestellt wird. Medizinisch haben wir sowohl im Medidocmobil als auch im Englisch-pakistanischem Bus , als auch in den Zelten gearbeitet. Vor 2 Tagen wäre ohne uns ein Syrer wahrscheinlich an seinem allergischen Schock gestorben. Bei vielen könnten wir nur die Symptome lindern, einige versuchen wir mit Hilfe unserer Freundin Eva zu verlegen. Heute fahren wir erst wieder nach Softex und dann in die Parks von Thessaloniki, wo sich überwiegend Afghanen verstecken, aus Angst in die Türkei deportiert zu werden.
Khalil Kermani
https://www.facebook.com/avicenna.hilfswerk/?pnref=story

Es geht nicht darum, alle Welt aufzunehmen, aber es ist die moralische Verpflichtung, die Menschen die in Europa gelandet sind, menschlich und christlich aufzunehmen und sie nicht dem Tod und der Verzweiflung auszusetzen. Sie werden in den deutschen Medien als „engaagierter Christ“ bezeichnet. Gilt das auch für Ihr politisches Handeln?

Dorothee Vakalis Pfrin i.R. (Saloniki), Geert Platner (Ahnatal)
http://www.naomi-thessaoniki.net

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