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Seit dem 22.12. findet die „Seawatch 3“ keinen sicheren Hafen. An Bord 32 aus Seenot gerettete Menschen. Brief an den OB Griesert, den Rat und Außenminister Maas:

Klaus Schwietz 1

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Griesert, sehr geehrte Ratsmitglieder,

wir haben in den vergangenen Tagen das Fest der Liebe gefeiert und hoffen, dass Sie schöne Feiertage mit Ihren Familien verbracht haben.

Für das neue Jahr wünschen wir Ihnen alles Gute. Sicherlich haben Sie sich, genauso wie wir, einiges vorgenommen. Eine Sache liegt uns als ehrenamtlich Mitstreitende der Seebrücke Osnabrück besonders am Herzen: die Not der schiffbrüchigen Flüchtenden im Mittelmeer zu lindern und für die Geretteten Aufnahmemöglichkeiten bereitzustellen.

Seit dem 22.Dezember findet das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ der deutschen Seenotrettungsorganisation Sea-Watch keinen sicheren Hafen, in dem es anlegen darf. An Bord sind 32 Menschen, die aus Seenot gerettet wurden, darunter auch Kinder. Am 29.Dezember hat die deutsche Organisation Sea-Eye weitere 17Menschen gerettet, für die ein sicherer Hafen gesucht wird. Erst vor wenigen Tagen wurden über 300 Menschen von der spanischen Seenotrettungsorganisation Open Arms gerettet und durften in Spanien an Land gehen.

Im vergangenen August bekannte sich der Rat der Stadt Osnabrück dazu, freiwillig mehr Geflüchtete aufzunehmen und sich öffentlich für Seenotrettung auszusprechen. Dem, Herr Griesert, leisteten Sie in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel Folge. Damit wurde Osnabrück Teil eines größeren Solidarverbandes von über 30 sogenannten ‚sicheren Häfen‘ in Deutschland. Darauf sind wir sehr stolz.

Damit die 32 Menschen von der „Sea-Watch 3“ und die 17 vom Boot der Sea-Eye nun schnellstmöglich sicher von Bord gehen können und sich die unsägliche Stresssituation auflösen kann, bedarf es unser aller Wachsamkeit und Mut. Lassen Sie uns doch der nächste sichere Hafen sein und die Türen hoch und die Tore weit machen, wie es das bekannte Weihnachtslied sagt! Setzen wir ein Zeichen im Sinne christlicher Werte!

Sollte sich die Lage bis zum 2.Januar 2019 noch nicht verändert haben, bitten wir Sie, Herr Griesert, gemeinsam mit uns ein Statement an den Innenminister Horst Seehofer zu schicken, in dem wir unsere Bereitschaft erklären, diese Flüchtlinge aufzunehmen.

Wir würden uns über einen weiteren Austausch freuen und kommen dazu auch gerne in Ihr Büro.

Vielen Dank!

Freundliche Grüße,

für die Seebrücke Osnabrück

Michael Bünte & Renate Heise

(Tel. 0178-730 16 43, Michael Bünte)

Nachrichtlich an die Fraktionen im Stadtrat

PS: Bitte informieren Sie sich über die aktuelle Situation auf den Seiten von Sea-Watch https://www.facebook.com/seawatchprojekt

https://sea-watch.org/seit-ueber-6-tagen-auf-see-ohne-sicheren-hafen

 


Sehr geehrter Herr Außenminister Heiko Maas,

bitte setze Sie sich persönlich dafür ein, dass die 32 Menschen, die vor einer Woche von der Sea Watch 3 vor dem Ertrinken gerettet wurden, endlich an Land gehen und dann nach Deutschland einreisen dürfen!
https://sea-watch.org/seit-ueber-6-tagen-auf-see-ohne-sicheren-hafen/

Osnabrück gehört zu den über 30 deutschen Städten, die in den letzten Monaten sich offiziell bereit erklärt haben, aus Seenot gerettete Menschen zusätzlich zu der offiziellen Quote ( Königsteiner Schlüssel) aufzunehmen.

Wie Sie es dem Schreiben Griesert an Merkel entnehmen können, hat unser Oberbürgermeister Herr Griesert dies unserer Bundeskanzlerin bereits im September mitgeteilt.

Mit der dringenden Bitte um Rückmeldung

Dr. Renate Vestner-Heise, im Namen der „Seebrücke Osnabrück“

www.seebruecke-osnabrueck.de


Zur Sache: Am Samstag 22.12. hatte die Besatzung der Sea-Watch 3 32 Personen vor dem Ertrinken gerettet, unter ihnen vier Frauen, drei unbegleitete Minderjährige, zwei kleine Kinder und ein Baby. Fünf Länder (Italien, Malta, Spanien, die Niederlande, Deutschland) weigerten sich, Verantwortung zu übernehmen und den Geretteten zu Weihnachten einen sicheren Hafen zu bieten. Mehr

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  1. […] haben sich gestern auch in Osnabrück Aktivist*innen der Seebrücke Osnabrück vorm Rathaus versammelt und die Stadt aufgefordert, erneut einen Brief an Innenminister Horst […]

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