AKTUELL – der Vorschlag der Europäischen Kommission, wieder nach Griechenland abzuschieben, macht uns Flüchtlingsinitiativen fassungslos. Wir haben folgende Pressemitteilung verfasst.

Keine Abschiebung nach Griechenland

Flüchtlingsinitiativen positionieren sich gegen den Vorschlag der Europäischen Kommission, Geflüchtete ab 3/2017 nach Griechenland zurückzuschicken

Die Europäische Kommission hat am 8.12 vorgeschlagen, dass ab 15.3.2017 die Menschen, die es schaffen, sich von den griechischen Flüchtlingscamps in andere europäische Länder durchzuschlagen, wieder zurückgeschickt werden können. Das Dublin-System müsse stufenweise für Griechenland wieder Geltung haben. Die griechische Asylbehörde habe erhebliche Fortschritte mit dem Aufbau von Erfassungsstrukturen gemacht. Außerdem werde die Lage in den griechischen Camps sich wohl bis März so weit verbessert haben, dass Griechenland die europäischen Standards für Flüchtlingsunterbringung einhalten könne. Schließlich sei ja genug Geld von Europa nach Griechenland geflossen.

http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-16-4253_en.htm

Flüchtlingsinitiativen in Osnabrück, Potsdam, Mannheim, Darmstadt, Marburg, Wolfsburg, Mainz, Heidelberg, Hamburg und Münster macht dieser Vorschlag wütend: „Wir sind im täglichen Kontakt mit den Menschen in den griechischen Camps und mit den Ehrenamtlichen vor Ort und wissen genau, wie erbärmlich die Zustände sind.“ so die Osnabrücker Initiative „50 aus Idomeni“. Zusammen mit Aktiven aus den oben genannten Städten möchten die Osnabrücker auf legalem Weg Geflüchtete aus den griechischen Lagern nach Deutschland holen.

Die Menschen frieren. Dorothee Vakalis, pensionierte Pfarrerin der deutschsprachigen Gemeinde in Thessaloniki berichtet:“Die mit der Versorgung beauftragten  NGOs in dem Lager Cherso (nördlich von Thessaloniki) waren im November nicht einmal in der Lage Holz zu organisieren, damit die Menschen sich an Lagerfeuern etwas wärmen konnten. Der religiöse Führer aus dem Yesiden-Lager in Petra – einer Gegend, in der es schon Anfang November sehr kalt war – hatte angekündigt, dass alle 1.000 Bewohner am 20. November das Lager gemeinsam verlassen werden und die 30 km nach Thessaloniki zu Fuß marschieren werden, wenn nicht endlich die griechischen Behörden reagieren und sie in eine wärmere Gegend umsiedeln. Diese Drohung hatte dann doch gewirkt, so dass den Menschen diese Strapaze erspart blieb. Die Unterbringung in Container oder Baracken, was schon im Sommer versprochen wurde, ist jetzt Anfang Dezember noch immer nicht richtig angelaufen. Die allermeisten Menschen sind weiterhin in unbeheizbaren Zelten, die auf Schotter oder Betonboden stehen, untergebracht. Das Familiencamp Lagadikia ( 600 Personen) soll jetzt endlich Container bekommen. Allerdings ist nicht klar, ob sie beheizbar sein werden.“

Die Menschen hungern in etlichen Lagern. “ Wir betreuen eine Flüchtlingsfamilie in Volos, ein kleines Camp südlich von Thessaloniki. Ca. 200 Menschen leben da in einer unbeheizten Fabrikhalle. Das Essen besteht aus in Plastik eingeschweißte unappetitlich aussehende kleine Portionen, die kalt gegessen werden müssen, da es keine Möglichkeit gibt, sie zu erhitzen.“ so die Osnabrücker Initiative. „Die meisten Geflüchteten, die seit Februar jetzt in diesen Camps festsitzen, haben kein Geld mehr. Für sie ist es überhaupt kein Thema mehr, einen Schleuser zu suchen. Auch fehlt den meisten mittlerweile die körperliche Kraft für so eine Strapaze. Natürlich freuen wir uns mit jedem, der es trotzdem irgendwie geschafft hat.“

„Wir glauben nicht an Wunder; die Situation in den griechischen Lagern wird auch in drei Monaten noch nicht den europäischen Standards nahekommen. Deshalb appellieren wir dringend an die Staats- und Regierungschefs, den realitätsfernen Vorschlag der EU-Kommission abzulehnen.“ So die Griechenland-Solidarität-Gruppe Hamburg. „Und wir fordern von unserer Bundesregierung, dass sie das im September 2015 versprochene Relocation-Programm für 27.500 Geflüchtete ( aus Griechenland und Italien) endlich zügig umsetzt. Noch nicht einmal die für den vergangenen November vollmundig angekündigte Umverteilung von je 500 Menschen aus Griechenland und Italien ist gelungen: Tatsächlich sind von September 2015 bis zum 2. Dezember 2016 nur 408 Menschen aus Griechenland und 207 aus Italien nach Deutschland umverteilt worden.“http://ec.europa.eu/dgs/home-affairs/what-we-do/policies/european-agenda-migration/press-material/docs/state_of_play_-_relocation_en.pdf

Prof. Ingeborg Tömmel und Dr. Renate Vestner-Heise von „50 aus Idomeni“ Osnabrück, Marie Dominique Vernhes von der Griechenland-Solidarität-Gruppe Hamburg, Dorothee Vakalis von „Naomi – ökumenische Werkstatt für Flüchtlinge“ Thessaloniki, Franziska Kusserow von Potsdam-Konvoi, Parichart Sincar von „57 – Darmstadt verdoppelt“, Mechthild Hartung von der Flüchtlingshilfe Wolfsburg, Julia Schulze-Buxloh von  „Stadt der Zuflucht Münster“, Harald Möller-Santner von der Hamburger Gruppe „Ottenser Gespräche zu Flucht und Migration“, Quietjes e.V. Wasdow/MV, Unterstützerkreis für Geflüchtete Gnoien, Jeremias Brunner von „Save me – Mainz“, Nadja Encke von „Save me – Mannheim“, Mia Lindemann vom Asylarbeitskreis Heidelberg e.V., Marita Gabrian, Gabi Borgemeister, Barbara Reissland, Aileen Franke von „200 nach Marburg“

Kontakt:

Renate Heise   0151 22462039 website: 50ausidomeni.de

E-mail: info@fluechtlingshilfe-rosenplatz.de


Die Menschen hungern in etlichen Lagern. “ Wir betreuen eine Flüchtlingsfamilie in Volos, ein kleines Camp südlich von Thessaloniki. Ca. 200 Menschen leben da in einer unbeheizten Fabrikhalle. Das Essen besteht aus in Plastik eingeschweißte unappetitlich aussehende kleine Portionen, die kalt gegessen werden müssen, da es keine Möglichkeit gibt, sie zu erhitzen.“

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Petition „Relocation jetzt umsetzen“

Geflüchtete aus griechischen und italienischen Lagern zügig nach Deutschland holen –

Relocation jetzt umsetzen!

An die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel
An den Bundesminister des Inneren, Herrn Dr. Thomas de Maizière
An den Bundesaußenminister, Herrn Dr. Frank-Walter Steinmeier

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrter Herr Bundesinnenminister,
sehr geehrter Herr Bundesaußenminister!

Deutschland hat sich im Rahmen des europäischen „Relocation“-Programms verpflichtet, bis September 2017 etwa 27.300 Geflüchtete aus Griechenland und Italien aufzunehmen. Diese Selbstverpflichtung wurde bisher völlig unzureichend eingelöst. Wir fordern Sie deshalb auf, jetzt für eine schnelle und vollständige Umsetzung von „Relocation“ zu sorgen.

Petition hier unterschreiben

Warum ist das wichtig?

Mit dem 2015 von der EU beschlossenen Relocation-Programm sollen Italien und Griechenland entlastet werden – die beiden Länder, über die im letzten und in diesem Jahr Hunderttausende Geflüchtete nach Europa gekommen sind. Insbesondere Griechenland, das selbst unter der Wirtschaftskrise und der von der EU auferlegten Sparpolitik leidet, ist mit einer menschenwürdigen Unterbringung und Versorgung der Geflüchteten massiv überfordert.

Nach der Schließung der Balkanroute im Frühjahr leben weit über 50.000 Menschen in Flüchtlingscamps, in denen es am Nötigsten fehlt. Die Lager sind oftmals überfüllt, es gibt keine angemessene medizinische Versorgung, die Verpflegung ist schlecht. Viele Camps befinden sich in abgelegenen Gegenden, die Geflüchteten leben in Zelten in verlassenen Industrie- und Lagerhallen ohne Heizung und ausreichende sanitäre Anlagen.

Für viele der Flüchtlinge wäre das Relocation-Programm der Europäischen Union die einzige Hoffnung darauf, Griechenland und die katastrophalen Verhältnisse in den Lagern auf legalem Weg verlassen zu können.

Doch die Zusagen der europäischen Mitgliedsstaaten zur Aufnahme von Geflüchteten nach diesem Programm werden nur äußerst schleppend umgesetzt. Insgesamt wurden seit September 2015 lediglich gut 6100 Menschen EU-intern umverteilt (Stand: 18. Oktober 2016). Diese „Halbzeit-Bilanz“ des auf zwei Jahre angelegten Programms ist beschämend. Von den im September 2015 zugesagten 160.000 Relocation-Plätzen konnten bis heute gerade einmal 3,7% tatsächlich in Anspruch genommen werden.

Auch Deutschland hat nur einen Bruchteil der zugesagten Plätze zur Verfügung gestellt  – nämlich 216 von gut 27.300. Auch die kürzlich gemachte Ankündigung, künftig monatlich bis zu 500 Geflüchtete jeweils aus Griechenland und Italien aufnehmen zu wollen, ist völlig unzureichend. Sie bedeutet nichts anderes, als dass viele Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, noch bis zu zwei weiteren Jahren unter schlechtesten Bedingungen leben müssen.

Dafür besteht weder eine Notwendigkeit noch eine moralische Rechtfertigung. In Deutschland sind ausreichend leer stehende Flüchtlingsunterkünfte vorhanden, in denen die Menschen vorläufig unterkommen können. Es gibt eine ganze Reihe von Kommunen, die sich zur Aufnahme bereit erklärt haben und es gibt nach wie vor zigtausende freiwilliger Helfer*innen, die die Geflüchteten willkommen heißen und unterstützen würden.

Das einzige, was fehlt, ist der politische Wille der Bundesregierung. Wir fordern Sie deshalb auf, jetzt zügig und umfassend die zugesagten Relocation-Plätze zur Verfügung zu stellen.

Petition hier unterschreiben

 


 

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offener Brief an Angela Merkel

                                                                                Flüchtlingshilfe Rosenplatz e.V.
fluerpJohannesstr. 133-135
49074 Osnabrück
Telefon: 0157.712 569 80

An
Frau Bundeskanzlerin
Dr. Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

Osnabrück, 14.09.2016
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel!

Wir sind Mitglieder und Unterstützer der Osnabrücker Initiative „50 aus Idomeni“. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, im Kontext des Relocation-Programms 50 Flüchtlinge aus Griechenland in unsere Stadt zu holen. Unsere Initiative wird unterstützt vom Rat der Stadt Osnabrück, vom Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, vom niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius, von Alt-OB und Ehrenbürger Osnabrücks Hans-Jürgen Fip, vom Generalvikar Paul, von beiden Kirchen und von sehr vielen Personen des privaten und des öffentlichen Lebens.

Wir möchten mit unserer Initiative ein Zeichen setzen, dass das von Ihnen und der Bundesregierung am 22. September 2015 laut Beschluss des Rates der EU unterzeichnete Relocation-Programm endlich umgesetzt wird.
Wir erlauben uns, an dieses Programm zu erinnern: Es sieht vor, dass 27.500 Geflüchtete aus Griechenland und Italien innerhalb von zwei Jahren in Deutschland aufgenommen werden sollen. In Deutschland sind aber bis heute, also nach einem Jahr, nur 214 Personen aufgenommen worden. Wir haben gehört, dass die Bundesregierung plant, ab Oktober monatlich ca. 500 Geflüchtete in Deutschland aufzunehmen. Das würde bedeuten, dass wir bis zur Erfüllung des Programms 4,5 Jahre statt dem einen noch verbleibenden Jahr benötigen würden.
Das wäre angesichts der überlasteten und unzumutbaren Lager in Griechenland und Italien eine Katastrophe für die Geflüchteten und für die beiden südeuropäischen Länder. Und da auch das Familienzusammenführungsprogramm in weite Ferne gerückt ist, ist eine Umsetzung des Relocation-Programms ungemein wichtig.

Unsere Werte der Humanität, Toleranz und Offenheit gegenüber Fremden nötigen uns, Sie um eine Realisierung des unterzeichneten Relocation-Programms zu bitten. Das bedeutet, dass monatlich 2.300 Personen im Rahmen des Programms in Deutschland aufgenommen werden müssten. Nur so kann der EU-Beschluss vom 22. September 2015 korrekt umgesetzt werden.

Wir hoffen sehr, dass Sie und die Bundesregierung dieser Verpflichtung endlich nachkommen.
Mit der dringenden Bitte um eine baldige Antwort verbleiben wir
hochachtungsvoll

Generalvikar Theo Paul für das Bistum Osnabrück,
Andreas Neuhoff für EXIL e.V.
Franz-Joseph Lotte für Pax Christi Regionalverband Osnabrück/Hamburg
Stefan Wilker für attac Osnabrück
Dr. Renate Vestner-Heise für die Flüchtlingshilfe Rosenplatz e.V.
Pastor Dr. Matthias Jung, Landessozialpfarrer der Landeskirche Hannover
Lioba Meyer, ehemalige Bürgermeisterin der Friedensstadt Osnabrück
Guy Hofmann für „Pflege am Boden Osnabrück“
Dr. Carl-Heinrich Bösling, Geschäftsführer der VHS-Osnabrück
Prof. Dr. Reinhold Mokrosch, Dr. Elk Franke, Dr. Harald Kerber, Dr. Arnim Regenbogen, Koordinatoren des Philosophischen Cafés Osnabrück
Felix W. Wurm, Mitglied des Rats
Anke Jacobson, Mitglied des Rats
Barbara Küppers, Leiterin Referat Kinderrechte, terre des hommes Deutschland
Günter Baum, Pastor, für die Ev.-reformierte Gemeinde Osnabrück
Amnesty International Gruppe Osnabrück
Ralph Griesinger für Griechenland Solidarität Osnabrück
Ludger Wortmann (Geschäftsführer des Internationalen Bund Osnabrück)
Michael Bünte, Geschäftsführer HelpAge Deutschland
Lutz Hethey, Geschäftsführer HelpAge Deutschland
Aloys Lögering und Klaus Stakemeier für den Arbeitskreis der Religionen in Osnabrück (AROS)
Andrea Kruckemeyer, Pastorin, stellvertretende Superintendentin, für den Ev.-Lutherischen Kirchenkreis Osnabrück
Esther Bierbaum, Angelika Doppler, Vorstand des Trägervereins, für das Frauenhaus Osnabrück
Heiner Böckmann, Geschäftsführer, für die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück
Ursula Führer für die Erich-Maria-Remarque-Gesellschaft
Hinrich Haake, Geschäftsführer der Diakonie Osnabrück Stadt und Land (DIOS)
Giesela Brandes-Steggewentz, Mitglied des Rats
Prof. i. R. Dr. Rainer Künzel, Universitätspräsident a. D.
Prof. Dr. Joachim W. Härtling, Geographie, Universität Osnabrück
Prof. Dr. Helen Schwenken, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien, Universität Osnabrück
Dr. Sabine Bohne, Coordination Refugees @ UOS, Universität Osnabrück
Antonia Martin-Sanabria, Elisabeth-Siegel-Preisträgerin 2016
Ulrich Sommer, Mitglied des Rats
Volker Bajus, MdL und Ratsmitglied
Dr. Diana Haes, Mitglied des Rats
Franz-Joseph Schwack, Mitglied des Rats
Gerhard Schrader, stellvertretender Vorsitzender für den Betriebsrat der VW Osnabrück GmbH und Ratsmitglied der CDU-Fraktion
Dr. Thomas Thiele für die FDP-Ratsfraktion
Petra Tiesmeyer für die DGB-Region Osnabrück-Emsland

Osnabrück, den 14.9.2016

für die Initiative „50 aus Idomeni“

Prof. Dr. Reinhold Mokrosch Dr. Renate Vestner-Heise

 

 

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Bericht zu der Veranstaltung „Von Idomeni nach Osnabrück“ am 14.9.2016

Unsere Relocation-Veranstaltung in der Schlossaula am 14.9. war sehr gut besucht! Wir schätzen, dass über 250 Menschen gekommen waren, davon vielleicht 40 aus Syrien und anderen Fluchtländern. 196 Personen haben die Mini-Resolution für die Erhöhung der monatlichen Aufnahmezahl auf mindestens 2.300 Plätze unterschrieben. Zusammen mit dem Brief der Unterstützerorganisationen werden die Unterschriftlisten jetzt an Frau Merkel abgeschickt.

Kurz vor der Veranstaltung erreichte uns noch die Nachricht, dass die monatlichen Relocation-Plätze jetzt von der Bundesregierung erhöht wurden auf 500. Das ist natürlich schon mal besser als nichts – aber weit entfernt von dem, was notwendig ist.

Der Bericht von den beiden Ärzten Bita und Khalil Kermani über die Situation in den Lagern war total wichtig. Berührend war das Foto von dem wenigen und ekligen Essen, das sie jeden Abend und jeden Morgen – in Plastik eingeschweißt – in einem der Militärcamps bekommen. Bei so einer Ernährung kann man nicht viel mehr als dahinvegetieren.

Auch war ihr Bericht über die Refugees – Selbsthilfe Jafra in dem Familiencamp Lakadekia beeindruckend. Hier finden Sie den Report von Jafra – allerdings steht da nicht drin, wie viele  Schwierigkeiten ihnen die Campleitung und die NGOs bereiten!
Die Diskussion mit den PolitikerInnen faserte schrecklich aus – so viele Phrasen wurden gedroschen! Gut waren viele Beiträge aus dem Publikum, mehrfach korrigierten sie die Behauptungen von Dr. Middelberg (MdB der CDU) und Herrn Spiering (MdB der SPD). Auch Frau Keil ( MdB der Grünen) bekam ein wichtiges Feedback zu ihrer Bemerkung, dass wir den Weg über die Familienzusammenführung (nach Dublin 3, Art. 1 Abs.2 und Art. 17 Abs.1 ) nicht vernachlässigen sollen, solange es diesen Weg überhaupt noch gibt: Tabea Kriesten vom Exilverein wusste zu berichten, dass ihrer Erfahrung nach diese Wege der Familienzusammenführung schon jetzt nicht mehr funktionieren.

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Brief an den Innenminister

Sehr geehrter Herr Innenminister,

in Griechenland wird die Nachricht verbreitet, dass Innenminister de Maiziere vorhat, Flüchtlinge nach den Dublin Verordnungen wieder nach Griechenland zurückzuführen, es sei der griech Regierung zuzumuten, die Menschen zu versorgen und die Menschen an der Grenze abzuwehren.

wie können Sie solche Pläne in die Welt setzen, ohne eine Prüfung der Verhältnisse vorgenommen zu haben, woher bekommen Sie Ihre Bericht über die Versorgung von Flüchtlingen in Griechenland?
Wissen Sie, dass für den Winter noch nicht gneügend feste Unterkünfte bereit gestellt wurden, dass Tausenede noch in provisorischen Zelten ohne festen Boden und ohne Betten hausen, dass kranke Menschen nicht medizinisch versorgt werden und Kinder vor Erschöpfung auf dem Schotter schlafen? Dass Frauen mit ihren Neugeborenen gleich nach der Entbindung wieder in Zelte geschickt werden mit vielen MitbewohnerInnen, dass die Ernährung so schlecht ist, dass Menschen Mangelerscheinungen zeigen und Diabetes Kranke bleibende Schäden beibehalten. Die Sitaution in den Camps ist eine einzige Katastrophe und schreit zum Himmel! Das Schleuserwesen blüht, weil es den Menschen die einzige Hoffnung bietet, diese Hölle verlassen zu können. Viele kommen ausgeraubt und geschlagen durch staatliche Beamte der Nachbarländer oder Schleuser wieder zurück, es gibt zunehmend Tote auf der Route.

Die großen Gelder der Eu gingen an nicht-griechische Hilfsorganisationen, und nicht an die griechische Regierung. Vielleciht überprüfen Sie einmal, wie sehr die deutschen Organisationen in die Gänge gekommen sind und hier schon Hilfe geleistet haben. Wir sehen davon so gut wie nichts…oder nur unzureichend! Bitte machen Sie Politk für Menschen aufgrund von Tatsachen und nicht aufgrund ihrer wie auch immer begründeten Befürchtungen. Wir helfen Ihnen gern dabei, ein realistisches Bild von der katastrophalen Versorgung der Flüchtligne in Griechenland zu vermitteln:

Am 03.09.2016 um 10:18 schrieb Dr Khalil Kermani vom Kulturverein Avicenna aus Köln:
„Softex
Zur Zeit leben 1100 Menschen, überwiegend Syrer in Softex, einer alten Fabrikhalle , weit ausserhalb Thessalonikis. Es gibt Dixi-Klos und auch kalte Duschen , mageres Essen, aufgefrischt von pakistanisch-englischen NGO’s außerhalb des Lagers. Sie haben auch einen comfortablen Medizinbus, zur Zeit, außer uns, ohne Ärzte und mit wenig Medikamenten bestückt. Die Ärzte im Lager würden nach Aussagen der Patenten alles mit paracetamol behandeln und notwendige stationäre Behandlungen zwar rezeptieren, aber nicht veranlassen. So liegen denn auch viele bettlägerig, oft alleine, weil ihre Angehörigen umgekommen sind , ihren Zelten. Es gibt Strom für Ventilatoren und Glühbirnen sowie manchmal einer Kochplatte, aber das zweipolige, oft nur lose verknotete Kabelnetz ist eine Katastrophe und äußerst lebensgefährlich. Wir wollen heute mit UNHCR darüber sprechen, befürchten aber, dass dann höchstens der Strom ganz abgestellt wird. Medizinisch haben wir sowohl im Medidocmobil als auch im Englisch-pakistanischem Bus , als auch in den Zelten gearbeitet. Vor 2 Tagen wäre ohne uns ein Syrer wahrscheinlich an seinem allergischen Schock gestorben. Bei vielen könnten wir nur die Symptome lindern, einige versuchen wir mit Hilfe unserer Freundin Eva zu verlegen. Heute fahren wir erst wieder nach Softex und dann in die Parks von Thessaloniki, wo sich überwiegend Afghanen verstecken, aus Angst in die Türkei deportiert zu werden.
Khalil Kermani
https://www.facebook.com/avicenna.hilfswerk/?pnref=story

Es geht nicht darum, alle Welt aufzunehmen, aber es ist die moralische Verpflichtung, die Menschen die in Europa gelandet sind, menschlich und christlich aufzunehmen und sie nicht dem Tod und der Verzweiflung auszusetzen. Sie werden in den deutschen Medien als „engaagierter Christ“ bezeichnet. Gilt das auch für Ihr politisches Handeln?

Dorothee Vakalis Pfrin i.R. (Saloniki), Geert Platner (Ahnatal)
http://www.naomi-thessaoniki.net

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Berichte aus den Flüchtlingslagern Petra, Softex, Thessaloniki

8. November auf bento.de „Hier ist es schrecklicher als in einem Gefängnis“

6. September von Khalil Kermani

Ein aktueller Bericht über die Lage im Griechischen Flüchtligslager Softex

Zur Zeit leben 1100 Menschen, überwiegend Syrer in Softex, einer alten Fabrikhalle , weit ausserhalb Thessalonikis. Es gibt Dixi-Klos und auch kalte Duschen , mageres Essen, aufgefrischt von pakistanisch-englischen NGO’s außerhalb des Lagers. Sie haben auch einen comfortablen Medizinbus, zur Zeit, außer uns, ohne Ärzte und mit wenig Medikamenten bestückt. Die Ärzte im Lager würden nach Aussagen der Patenten alles mit paracetamol behandeln und notwendige stationäre Behandlungen zwar rezeptieren, aber nicht veranlassen. So liegen denn auch viele bettlägerig, oft alleine, weil ihre Angehörigen umgekommen sind , ihren Zelten. Es gibt Strom für Ventilatoren und Glühbirnen sowie manchmal einer Kochplatte, aber das zweipolige, oft nur lose verknotete Kabelnetz ist eine Katastrophe und äußerst lebensgefährlich. Wir wollen heute mit UNHCR darüber sprechen, befürchten aber, dass dann höchstens der Strom ganz abgestellt wird. Medizinisch haben wir sowohl im Medidocmobil als auch im Englisch-pakistanischem Bus , als auch in den Zelten gearbeitet. Vor 2 Tagen wäre ohne uns ein Syrer wahrscheinlich an seinem allergischen Schock gestorben. Bei vielen könnten wir nur die Symptome lindern, einige versuchen wir mit Hilfe unserer Freundin Eva zu verlegen. Heute fahren wir erst wieder nach Softex und dann in die Parks von Thessaloniki, wo sich überwiegend Afghanen verstecken, aus Angst in die Türkei deportiert zu werden.

http://avicenna-hilfswerk.de
http://avicenna-hilfswerk.de

Die Straßen von Thessaloniki

Stolz holt der Mann mit dem krummen Rücken seinen Pappkarton aus dem Gebüsch und schon haben wir am Parkrand eine Behandlungsliege. Unsere kapitulierte schon am ersten Tag unter dem Gewicht der Sitz- und Schaulustigen unseres „Wartezimmers“. Die neben uns haben sogar gemeinsam eine Decke. Wenn die Gesichter nicht so bedrückt wären und es auch etwas zu essen oder trinken gäbe, könnte man an ein Picknick denken. Die Kinder scheint das ewige Warten, Laufen, immer wieder dursten und hungern, auf dem Boden schlafen, die Verzweiflung und Angst ihrer Eltern spüren, vielleicht Eltern oder Geschwister verlieren, nichts auszumachen, so wie sie, ganz im Hier und Jetzt selig auf der Schaukel schwingen. Die meisten waren schon einige Male bis nach Mazedonien oder Serbien gekommen, haben sich die Füße wund und die Schuhe kaputt gelaufen und warten hier auf den Straßen und den Parks von Thessaloniki auf den nächsten Versuch. Ein Zurück gibt es nicht, in die Lager möchten sie nicht. Als Afghaner werden sie regelmäßig in Bussen abtransportiert. In Softex gibt es schon keine mehr, nachdem vor einigen Tagen mehrere Hundert gleichzeitig in Busse gesteckt und weg gefahren wurden. Man weiß nicht so genau wohin, wahrscheinlich in die Türkei. Zum Glück gilt hier das gleiche System wie auf Lesbos oder Chios. Die Ertrunkenen und auf der Strecke erwischten brauchen nicht zu zahlen.
Khalil Kermani

Aktuelle Informationen aus den griechischen Flüchtlingslagern über Moving Europe

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Veranstaltung 14. September: Von Idomeni nach Osnabrück

Flyer zum Download الألمانية – العربية

Von Idomeni nach Osnabrück

wie Relocation noch gelingen kann
Mittwoch, den 14. September 2016, 19:00 Uhr in der Schlossaula der Universität Osnabrück

mit Katja Keul MdB (Bündnis 90/Die Grünen)
Dr. Matthias Middelberg MdB (CDU)
Rainer Spiering MdB (SPD)
NN (Fraktion Die Linke im Bundestag, angefragt)
im Gespräch mit in Osnabrück lebenden Geflüchteten und der Initiative 50 aus Idomeni
Moderation: Prof. Dr. Helen Schwenken (IMIS, Universität Osnabrück)
Die Ärzte Dres. Bita und Khalil Kermani (http://avicenna-hilfswerk.de/) berichten über die Situation in griechischen Flüchtlingslagern

Nach der Schließung der Balkanroute im Frühjahr 2016 sitzen in Griechenland über 50.000 Geflüchtete fest. Sie leben unter miserablen Bedingungen und hoffen auf eine Weiterreise in andere europäische Staaten. Mit dem „Relocation“-Programm der EU vom September 2015 wäre das schnell und unbürokratisch möglich – wenn Deutschland und andere EU-Staaten ihren Verpflichtungen nachkommen würden. Das erste Jahr ist fast verstrichen und Deutschland hat noch nicht einmal 1% der zugesicherten Personen aufgenommen.

Osnabrück will diesen Missstand nicht hinnehmen: BürgerInnen, Initiativen, Kirchengemeinden und Institutionen haben den Rat der Stadt dafür gewonnen, sich gemeinsam auf Landes- und Bundesebene für die Umsetzung von Relocation einzusetzen.

Mit der Diskussionsveranstaltungen soll den Gründen für diesen Skandal nachgegangen werden und mögliche Wege der Umsetzung von relocation aufgezeigt werden.

VeranstalterInnen: Initiative „50 aus Idomeni“
Institut für Migrationsforschung und interkulturelle Studien (IMIS), Universität Osnabrück

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Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerung in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
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Kolumne von Margot Käßmann in der Bild am Sonntag v. 14.8.2016

Täglich gibt es Meldungen, was alles an Gesetzen verschärft werden soll um der inneren Sicherheit willen. Und immer wieder wird betont, wie schön es doch sei, dass jetzt immer weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Ist das nicht wunderbar? Können wir den Erfolg feiern?

Nein! Denn es gibt ja nicht weniger Menschen, die in allergrößter Verzweiflung vor dem Grauen in Aleppo, den Menschenrechtsverletzungen im Irak und in Eritrea, dem Krieg in Afghanistan oder der Not in Somalia fliehen. Mehr als 3000 sind dabei in diesem Jahr bereits ertrunken. Am Strand von Barcelona steht seit Neuestem eine digitale Anzeigetafel, die das dokumentiert. Die Bürgermeisterin Ada Colau hat sie bei der Einweihung eine „Anzeige der Schande“ genannt.

Ja, das ist eine Schande für Europa. Mit den hehren Überzeugungen von Schutz der Schwachen ist es offensichtlich nicht mehr weit her, wenn der eigene Wohlstand in Gefahr zu geraten scheint. Die Mehrzahl der europäischen Staaten hat sich vor knapp einem Jahr verpflichtet, Griechenland und Italien, wo die meisten Flüchtenden ankommen, zu unterstützen, indem diese je nach Größe und Wirtschaftskraft umverteilt werden. Das Versprechen wird schlicht nicht eingelöst.

Traurig. Ganz Europa versagt, wenn es um Solidarität geht. Ganz Europa? Nein, es gibt rebellische Menschen, Dörfer, Städte, denen Menschenwürde ein Herzensanliegen ist. Ich denke an die Friedensstadt Osnabrück. Es gibt dort eine kleine Initiative, die 50 Menschen in Not aus Griechenland aufnehmen will. Das würde mit Blick auf die Einwohnerzahl dem Anteil entsprechen, den das Relocation Programm vorsieht. Und siehe da: Der Stadtrat hat zugestimmt, viele Menschen sind motiviert, es scheint möglich, das umzusetzen. Ein afrikanisches Sprichwort lautet: Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte gehen, können das Gesicht der Welt verändern. Das tut gut in diesen Zeiten!

Wie heißt es in der Bibel: „Dem Armen wird Hoffnung zuteil!“ (Hiob 5,16)

Bleiben Sie behütet!

 

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