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Mehrmonatige Fahnenaktion

Die Seebrücke Osnabrück organisierte mit lokalen Partnern eine mehrwöchige Fahnenaktion als zentrale Aktion im Frühjahr/Sommer 2019.

Im folgenden finden Sie alle Statements der lokalen Partner und viele Bilder mit dem Banner und denen, die sich soldarisch mit der Forderung „Europa humanitär – Seenotrettung jetzt“ erklären.

Hier eine Liste der Unterstützer*Innen

  • Christusgemeinde in Hasbergen
  • terre des hommes
  • Caritas im Bistum Osnabrück
  • Deutscher Gewerkschaftsbund DGB
  • Rathaus Osnabrück
  • Theater Osnabrück
  • Piesberger Gesellschaftshaus
  • Heilpädagogische Hilfe Osnabrück (HHO)
  • SKM, Katholischer Verein für soziale Dienste
  • Volkshochschule Osnabrück
  • Bürgermeister der Stadt Bramsche
  • AMAL, Christliche Flüchtlingsarbeit Bramsche
  • Diakonie Bramsche
  • Katholische Gemeinde St. Martinus, Bramsche
  • Studentenwerk Osnabrück
  • Matthäus Gemeinde Osnabrück
  • Ev.-luth. Südstadtkirchengemeinde Osnabrück
  • Ev.-reformierte Kirchengemeinde Osnabrück
  • Ev.-luth. St.Katharinengemeinde
  • Museumteam im Museumsquartier Osnabrück
  • Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück



Die Banner am IMIS und dem Museumsquartier

Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück
Den Vereinten Nationen zufolge sind derzeit mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Es gibt wenig Anlass zu der Hoffnung, dass die Zahl der Schutzsuchenden in Zukunft zurückgehen wird. Legale Möglichkeiten, in ein anderes Land zu fliehen und dort Schutz zu beantragen, sind zuletzt immer stärker beschränkt worden. Die Abschottungspolitik Europas und die teilweise katastrophale Lage in den Herkunfts- und Transitstaaten zwingt tausende Menschen, sich auf die gefährliche Flucht über das Mittelmeer zu begeben. Die Toten im Mittelmeer sind ein trauriges Zeugnis des Unvermögens europäischer Politik, verantwortlich zu handeln. Die Rettung der in Seenot geratenen Menschen ist nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht, die sich aus dem internationalen Seerecht ergibt. Wir treten darum dafür ein, dass die Retter/innen und ihre Aktivitäten nicht kriminalisiert werden. Stattdessen sollten Strategien und Angebote für die Unterstützung und Aufnahme der Geretteten entwickelt werden. Viele Städte, darunter Osnabrück, haben gegenüber der Bundesregierung signalisiert, aus Seenot gerettete Menschen aufnehmen zu wollen. Das ist auch ein Verdienst zivilgesellschaftlicher Organisationen wie der Seebrücke. Als Migrationsforscherinnen und Migrationsforscher unterstützen wir dieses Engagement für eine verantwortungsvolle und humane Migrationspolitik ausdrücklich.
(Vorstand des IMIS)

Museumsquartier Osnabrück
Vom 23. bis 27. September 2019 beteiligt sich das Museumsquartier Osnabrück an der Fahnenaktion der „Seebrücke Osnabrück“. Das Museum möchte „Flagge zeigen“! Warum ein solches sichtbares Statement von einer kulturellen Einrichtung wie dem Museumsquartier Osnabrück?
Ob Geschichtsausstellung, das „Forum Migration“ oder künstlerische Positionen: Fragen zur Migration und ihrer Bedeutung für unsere heutige Gesellschaft sind ein Themenkomplex, der ein wesentlicher Teil unseres Museumsverständnisses ist.
Unser Wunsch, mit Ausstellungen und Veranstaltungen Kritikfähigkeit zu stärken und den Blick auf unterschiedliche Perspektiven zu öffnen, ist bei zentralen Zukunftsfragen wie der Migration dringend erforderlich. Wanderungsbewegungen sind kein Phänomen der Gegenwart, sondern eine anthropologische Konstante. Die Veränderungen, die Migration mit sich bringt, sind eine wichtige Wurzel unseres Seins sowie Impuls für Entwicklungsprozesse.
Das künstlerische Werk von Felix Nussbaum und seiner Ehefrau Felka Platek, die beide während des Nationalsozialismus in Auschwitz ermordet wurden, wird im Felix-Nussbaum-Haus des Museumsquartiers gewürdigt und spielt in diesem Zusammenhang eine exemplarische Rolle: Beide Menschen wurden durch die politische Situation zur Auswanderung gezwungen und mussten ein Leben in Angst und Ungewissheit führen, das sie so nicht geplant hatten. Sie hätten vielleicht überleben können, hätten sie damals irgendwo Asyl gefunden. Nicht umsonst wurde vor dem Hintergrund der Geschichte des Nationalsozialismus im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland das Recht auf Asyl bewusst verankert.
Geschichten wie diese verstehen wir als Auftrag: Es ist wichtig, öffentliche Räume wie das Museum zu haben, die die gesellschaftlichen Phänomene hinter solchen Geschichten erklären und verständlich machen können. Mit dieser Arbeit möchten wir denen die Argumente nehmen, die meinen, mit ‚dem Fremden’ künstlich Ängste erzeugen zu müssen.
(Das Museumsteam)

Unsere Banner an der Bergkirche und der Theaterpädagogischen Werkstatt

Was ist uns heilig?
In den vergangenen Wochen hing an vielen Osnabrücker Häusern und Kirchtürmen auf einem Banner die Forderung „Europa humanitär – Seenotrettung jetzt!“ der Seebrücke Osnabrück. 25 Osnabrücker Gemeinden, Vereine und Institutionen unterstreichen damit: Was auf dem Mittelmeer geschieht, liegt mit in unserer Verantwortung.
Auch meine Ev.-reformierte Gemeinde hat dafür an der Jugendkirche Flagge gezeigt und wird es kommende Woche an der Bergkirche tun. Wir unterstützen damit für alle sichtbar die Forderung nach einer europäisch geregelten Seenotrettung im Mittelmeer.
Über politische Fragen wie beim Thema der Migration kann und soll man in der Gesellschaft und in der Kirche unterschiedlicher Meinung sein dürfen. Die Rettung von Menschen in Lebensgefahr darf in unseren Augen jedoch keine Frage der politischen Ansichtssache sein.
In Markus 3 wird beschrieben, wie Jesus am Ruhetag einen Menschen heilt. Die Zuschauer sind entrüstet. Jesus fragt: „Soll man das Leben eines Menschen retten oder soll man ihn zugrunde gehen lassen?“ Die Menschen damals schwiegen und „fassten den Beschluss, Jesus zu töten“.
Was ist uns heilig? Heilig heißt: Unantastbar, unverkäuflich, unbezahlbar. Sind unsere Sicherheiten, unser „European way of life“, unsere Ruhe uns heilig? Oder sind es die Würde und das Leben der Menschen? Wenn wir die Menschenwürde für unseren Komfort verkaufen, ist dann nicht dafür der Preis, dass am Ende nichts mehr etwas wert ist.
Jan-Henry Wanink, Pastor in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Osnabrück

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Als Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück zeigen wir uns uneingeschränkt solidarisch mit den Anliegen der Seebrücke Osnabrück. „Wir sind bunt – wir sind viele – wir sind dabei!“
(Team der TPW)

Unser Banner an St.Katharinen, an der Jugendkirche der Evangelisch-reformierten Gemeinde und der Lutherkirche


Ev.-luth. St.Katharinengemeinde
Wir als ev.-luth. St.Katharinengemeinde beteiligen uns an der Aktion Seebrücke, weil wir dafür eintreten, dass Menschenleben geschützt wird. Das Wissen darum, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken, obwohl sie gerettet werden könnten, ist kaum auszuhalten. Es ist unser Auftrag als Christinnen und Christen, uns für den Frieden, die Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen – und dazu gehört die Rettung von Menschen, die auf dem Meer in Not geraten.
(Pastorin Andrea Kruckemeyer)

Statement der Evangelisch-reformierten Gemeinde Osnabrück für die Hängung an der Jugendkirche:
Die Rettung von Menschen in Lebensgefahr darf in unseren Augen keine Frage der politischen Ansichtssache sein. Sie ist für uns Christenpflicht.

Ev.-luth. Südstadtkirchengemeinde Osnabrück
Das Kerngeschäft der Kirchen ist es, die Hand in die Wunde zu legen und darauf aufmerksam zu machen, wenn irgendwo etwas schief läuft und wir das mitkriegen.
Und auf dem Mittelmeer läuft etwas gehörig schief: Eine Selbstverständlichkeit, Männern und Frauen aus dem Meer zu helfen, wird kriminalisiert. Auf dem Kirchentag in Dortmund gab es Überlegungen, ein eigenes Schiff zu kaufen und selber Flüchtlinge einzusammeln. Vor einem Monat hat die Westfälische Präses Annette Kurschus (gleichzeitig Stellv.. Ratsvorsitzende der EKD) mitgeteilt, dass der Rat der EKD nun Teil eines Bündnisses werden möchte, dass mit andern zusammen ein Schiff finanziert, dass dann bspw. von Seawatch als Rettungsschiff im Mittelmeer eingesetzt werden kann.
Ich bin der Meinung, nur wenn es mehr Schiffe gibt, kann das Sterben auf dem Mittelmeer beendet werden. Das ist kein blinder Aktionismus, sondern schlicht tätige Nächstenliebe.
(Pastor Hilko Danckwerts

Vom 19. – 25.8. hing unser Banner an der Matthäus Gemeinde und ab 26.8.2019 zeigt sich die St. Joseph-Kirche Osnabrück solidarisch mit den Flüchtenden und den Rettenden.

Matthäus-Gemeinde
Seenotrettung sofort – bei diesem Thema darf kein politisches Zögern und Zaudern gelten! Blicken wir auf die unerträgliche Situation im Mittelmeer und an Europas Grenzen, können wir uns als Christen und Christinnen nur Pastorin Sandra Bils anschließen, die in ihrer Abschlusspredigt auf dem Kirchentag in Dortmund an uns alle appelliert:
„Wenn wir Jesus glauben: Was ihr dem geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan (Mt 25,40) dann ist für uns Lebenretten kein Verbrechen, sondern Christenpflicht. Man lässt keine Menschen ertrinken! Punkt!“
Für uns als Kirchengemeinde liegt es in unserem christlichen Glauben begründet und ist es daher selbstverständlich, dass wir uns für die Rettung von Leben und für den Frieden einsetzen.
Natürlich galt das auch, als plötzlich bei uns in der Nachbarschaft eine alte Wehrmachtsfahne gehisst wurde. Couragierte Nachbarinnen sind auf die Fahne aufmerksam geworden, haben sich bei uns gemeldet und gesagt: „Wir müssen ein Zeichen für Frieden und Toleranz setzen!“
Aus diesem Grund feiern wir nun am Samstag, dem 24.8., zwischen 14 und 17 Uhr das „Friedensfest Moorlandstraße – Bunte Vielfalt im Sonnenhügel – zusammen mit engagierten Nachbar*innen und vielen gesellschaftlichen Partnern, die sich alle für dieses hohe Gut einsetzen: Frieden.
(Pfarrer Matthias Groeneveld)

Das Banner an der Mensa am Westerberg


Studentenwerk Osnabrück
„Seit 2014 sind über 17.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Diese Menschen waren auf der Flucht vor Krieg und Hunger. Privaten Hilfsorganisationen und Seenotrettern ist zu verdanken, dass die beschämend hohe Zahl ertrunkener Menschen nicht noch größer ist. Diese Helfer retten Leben. Dass sie für ihre Taten mit hohen Geldstrafen oder Gefängnis bestraft werden sollen, ist nicht richtig.“ (Jörg zu Oven, stellvertretender Geschäftsführer). Mehr auf der Website des Studentenwerk…

Die Fahne hängt jetzt für drei Wochen in Bramsche an vier Standorten.

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Katholische Gemeinde St. Martinus, Bramsche

Auf Beschluss des Pfarrgemeinderates beteiligt sich die Katholische St. Martinus Gemeinde Bramsche an der Fahnenaktion „Seebrücke Osnabrück“. 

In unserem Begegnungscafé haben wir jede Woche Kontakt mit Flüchtlingen, die auf der Flucht vor Gewalt und Unterdrückung einen gefährlichen Weg auf sich nehmen mussten. Mit der Aktion wollen wir das Thema in der Öffentlichkeit wachhalten und deutlich machen, dass sich viele Akteure für die Forderung nach Seenotrettung einsetzen.

Die europäischen Staaten haben bei dem Thema der Seenotrettung im Mittelmeer vollkommen versagt. Diese Fluchtroute ist zu der tödlichsten Seeroute der Welt geworden. Gleichzeitig werden Seenotrettungsorganisationen immer stärker kriminalisiert und an der Rettung von Menschen gehindert. „Man kann sich nicht aussuchen, ob man Menschen in Seenot rettet oder nicht. Es ist keine Frage der Politik, sondern eine uralte Pflicht“, sagte der UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi erst im Januar 2019. Gegenwärtig gibt es aber fast keine Rettungsschiffe mehr im Mittelmeer. Mit dem günstigeren Sommerwetter wird die Zahl der Flüchtlingsboote wieder zunehmen und damit auch die Zahl der Toten.

Wir verurteilen auf das Schärfste, dass Bemühungen zur Seenotrettung entmutigt werden sollen. Entweder der Staat nimmt sich dieser Aufgabe selbst an oder er muss nichtstaatliche Organisationen handeln lassen und sie unterstützen.

Menschen vor dem Ertrinken zu retten ist eine humanitäre Selbstverständlichkeit und kann nicht zur Disposition gestellt werden. Europa muss sich seiner humanitären Wurzeln vergegenwärtigen. Als Christen kann uns das Schicksal der Flüchtlinge nicht gleichgültig sein!


Statement der Diakonie Bramsche zur Fahnenaktion „Seenotrettung jetzt!“
„Suche Frieden und jage ihm nach!“ – das ist die aktuelle Jahreslosung der Evangelischen Kirche. Frieden ist das natürlichste Bedürfnis aller Menschen auf dieser Erde. Menschen, die sich auf die Flucht begeben, haben keinen Frieden, sie brauchen Hilfe. In der Vorweihnachtszeit setzen sich Kirche und Diakonie für notleidende Menschen in der ganzen Welt ein und legen ihre Kollekten für „Brot für die Welt“ zusammen und ermöglichen damit Leben zu retten und Not zu lindern. Die Seenotrettung ist eine Herausforderung, die nicht bis Weihnachten oder bis zum Beginn eines Weltprojektes warten kann. Deshalb unterstützt die Diakonie die Aktion „Seenotrettung jetzt“. Dabei solidarisieren sich die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden des Diakonischen Werkes Bramsche mit vielen Institutionen, Städten, Kommunen und Einzelpersonen. Denn es ist uns sehr wichtig nicht zuzulassen, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern in Bramsche fordern wir die politische Unterstützung der Seenotrettung. Wir sprechen unseren Dank und unsere Bewunderung aus an viele Akteure, die sich in die Seenotrettung einbringen. Aus unserer Sicht ist es absolut abscheulich, dass man begründen muss, warum die friedlichen, hilfesuchenden Menschen gerettet werden sollen. Wer alles verlassen hat und nur das mitgenommen hat, was er (oder sie) am Leibe tragen kann, der ist in der Not! Menschen in Not zu helfen ist ein Allgemeingut, was Völker, Kulturen und Religionen verbindet. Dieses Herzstück der Nächstenliebe wollen wir in der praktischen Hilfestellung wissen und fordern diese ein: Seenotrettung sofort!

Zivile Seenotrettung Geflüchteter im Mittelmeer ist eine radikal humanitäre Handlung zur Rettung von Menschenleben. Sie muss respektiert, unterstützt und gewürdigt werden.
„Keine Mutter setzt ihr Baby in ein Schlauchboot auf das offene Meer, wenn das Meer nicht sicherer wäre als das Ufer.“ (Zitat einer Mutter, die nach der Rettung vor dem Ertrinken gefragt wurde, warum sie sich und ihr kleines Kind desen Gefahren ausgesetzt hat.)
Solange die politischen und ökologischen Krisen in den Herkunftsländern unverändert bleiben, wird es Migration und Flucht geben. Solange die „Sicherung europäischer Außengrenzen“ auf finanzieller Unterstützung und Kooperation mit Regimen beruht, die durch menschenverachtenden Umgang mit Geflüchteten in Flüchtlingslagern beruht, wird es Menschen geben, die diese Lager verlassen und den Weg über das Mittelmeer suchen.
Mit finanzieller Unterstützung der EU attackieren Schiffe der nordafrikanischen Küstenwache in internationalen Gewässern in Seenot geratene Boote, misshandeln Menschen und verbringen sie gegen ihren Willen zurück in libysche Gewässer und Lager. Das ist ein Skandal. Dass Besatzungen von zivilen Seenotrettungs-Organisationen, die ihre Kraft und Energie ganz der Rettung von Menschenleben widmen, durch europäische Gerichte angeklagt werden, das ist ein noch größerer Skandal. Beide Skandale haben einen Namen: Abschreckung Geflüchteter auf Kosten von Menschenleben.
Wir solidarisieren uns mit der zivilen Seenotrettung geflüchteter Menschen im Mittelmeer und anderswo als Ausdruck konsequenter Humanität. Wer auf der Flucht ist, braucht einen sicheren Ort. Wer in Seenot ist, braucht einen sicheren Hafen. AMAL steht für beides. Darum: „Seenotrettung jetzt“ , keine weitere Behinderung und Strafverfolgung gegen zivile Seenotretter*innen.
(AMAL, Christliche Flüchtlingsarbeit Bramsche)

Bei dem Versuch, einen sicheren Hafen in der Europäischen Union zu erreichen, sind in den vergangenen Jahren viele tausend Geflüchtete auf der Überfahrt im Mittelmeer ertrunken. Seenotrettungsorganisationen leisten den Job, den eigentlich die Mitgliedsstaaten der EU übernehmen müssten. Durch ihren Einsatz versuchen sie so viele Menschen wie möglich vor dem Tod durch Ertrinken zu bewahren. Beim Thema Seenotrettung kann es kein Pro oder Kontra, kein richtig oder falsch geben. Menschen vor dem Ertrinken zu retten, ist eine Frage von Humanität und Menschenwürde – und deshalb selbstverständlich. Nichtregierungsorganisationen und private Hilfsorganisationen, die in Not geratenen Menschen das Leben retten, zu kriminalisieren und an ihrer Arbeit zu hindern, ist ein absolutes No-Go. Als Standort der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen ist es für die Stadt Bramsche eine Selbstverständlichkeit, sich für den Schutz und die Rechte von Geflüchteten und Migranten sowie deren Helfer stark zu machen. Wir unterstützen die „Seebrücke Osnabrück“ und fordern von der Europäischen Union, sich für Menschlichkeit und eine geregelte Seenotrettung einzusetzen.
(Heiner Pahlmann, Bürgermeister Stadt Bramsche)
Banner vor der Volkshochschule

„Wir können nicht glauben, dass wir dagegen protestieren müssen, Menschen ertrinken zu lassen!“ – so stand es kürzlich auf einem Schild bei einer Demonstration. Dem ist fast nichts hinzuzufügen.
Die Volkshochschule steht für Vielfalt und Solidarität. Wir wollen es nicht tatenlos hinnehmen, dass unter den Augen der Welt täglich Menschen ertrinken, während es in Europa nicht gelingt, eine humane und gerechte Flüchtlingspolitik auf den Weg zu bringen. Gerade in Deutschland, gerade auch in der Friedensstadt Osnabrück haben wir die Pflicht, uns für einen solidarischen Umgang mit Menschen in Not einzusetzen. Das unterstützen wir als Volkshochschule ganz bewusst.
(Tobias Pischel de Ascensao, Geschäftsführer der VHS Osnabrück)

„Miteinander Mensch sein“, dafür steht die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück (HHO). Wir setzen uns für Vielfalt und ein selbstbestimmtes Leben für alle ein. Dabei ist uns wichtig, dass soziale Grundsätze und Prinzipien durch die Politik gestärkt und entsprechende Beitrage zu ihrer Umsetzung auf kommunaler, bundesweiter und europäischer Ebene geleistet werden. Schließlich liegt es in unser aller Verantwortung, Menschen in Not zu helfen und uns solidarisch für Flüchtlinge einzusetzen. Daher unsere Bitte: Unterstützen Sie die Osnabrücker Seebrücke – für mehr Menschlichkeit und Vielfalt!
(Heiner Böckmann, Geschäftsführer, Heilpädagogische Hilfe Osnabrück)

Die Initiatoren und Unterstützer der Fahnenaktion wollen ein Zeichen gegen das Sterben im Mittelmeer setzen. Sie werben dafür, Flüchtlinge auf dem Mittelmeer zu retten oder private Seenotretter zu unterstützen. Der SKM Osnabrück positioniert sich klar für einen humanitären Umgang mit Geflüchteten im Mittelmeer. „Es ist für uns eine christliche Pflicht, Menschen nicht ertrinken zu lassen. Es muss alles unternommen werden, Menschen zu retten und gleichzeitig auch den kriminellen Schleusern das Handwerk zu legen“, so SKM-Vorsitzender Franz-Josef Schwack.
Erklärung für das Piesberger Gesellschaftshaus: Wir Piesberger*innen wurden auf der Sonnenseite geboren. Wir können in Sicherheit und in einem wunderbaren Umfeld leben und arbeiten. Unsere Gäste fühlen sich in diesem besonderen Ambiente wohl und sie können sich durch Kultur anregen lassen, die Welt neu zu begreifen. Es ist unsere Aufgabe, über unseren Piesberger Tellerrand zu gucken und uns mit denen zu solidarisieren, die nicht dieses Glück haben, in Frieden und Freiheit leben zu können. Die „Seebrücke“ rettet Menschen im Mittelmeer und erinnert uns an unsere privilegierte Lebenssituation. Wir möchten mit vielen anderen in Osnabrück einen stabilen Pfeiler für die „Seebrücke“ bilden.
(Ralf Siebenand, 1.Vorsitzender, Imke Wedemeyer, Geschäftsführerin)

Das Statement des Theaters:
„Das Theater Osnabrück unterstützt die Initiative der Seebrücke Osnabrück, weil es als Theater der Friedensstadt für ein weltoffenes, demokratisches und tolerantes Europa steht, in dem die Menschenrechte geschützt werden und in dem die Grenzen nach innen und außen geöffnet sind.“
Das Banner am Rathaus

Das Banner am Gebäude der Caritas im Bistum Osnabrück


Gerrit Schulte, Vorsitzender der Caritas im Bistum Osnabrück
„Kirche und Caritas im Bistum Osnabrück verurteilen auf das Schärfste, dass Bemühungen zur Seenotrettung entmutigt werden sollen. Wir unterstreichen an dieser Stelle: Entweder der Staat nimmt sich dieser Aufgabe selbst an oder er muss nichtstaatliche Organisationen handeln lassen und sie unterstützen. Die grundlegenden Standards der Humanität und des Rechts dürfen niemals zur Disposition gestellt werden.
Gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität sind notwendiger denn je. Zudem erwarten wir, dass das Angebot der vielen Städte, die sich wie Osnabrück in der Aktion Seebrücke zu „Sicheren Häfen“ und zur Aufnahme von geretteten Flüchtlingen bereit erklärt haben, von den Verantwortlichen in der Politik ernst- und wahrgenommen wird.“


Albert Recknagel, Vorstandssprecher terre des hommes, erklärt:
„Nach wie vor sterben unten den Augen einer weitgehend tatenlosen europäischen Staatengemeinschaft Flüchtlinge im Mittelmeer bei dem Versuch, sich nach Europa zu retten. Anstatt diesen Menschen einen geregelten Zugang in die europäischen Aufnahmeländer zu ermöglichen, setzen die Staaten der EU auf Abschottung und Zurückweisung der Flüchtlinge. Das Kinderhilfswerk terre des hommes schützt Flüchtlingskinder und ihre Familien an vielen Orten der Welt und engagiert sich seit Jahren mit der internationalen Kampagne „Destination Unknown“ für den Schutz und die Rechte von Flüchtlingen und Migranten. Wir appellieren im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament an alle deutschen und europäischen Kandidaten, sich gegen die Kriminalisierung von Helfern und Nichtregierungsorganisationen und für eine geregelte Seenotrettung einzusetzen. Verwaltung und Rat der Stadt Osnabrück ermutigen wir, als Vertretung der Friedensstadt Osnabrück weiterhin für Menschlichkeit einzustehen und unsere Forderungen zu unterstützen.“



Für den Kirchenvorstand der Christusgemeinde in Hasbergen: Guido Schwegmann-Beisel, Pastor
„Wir unterstützen die Aktion „Seebrücke“, weil so ein großartiges Bündnis aus vielen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen das gemeinsame Entsetzen über das Versagen europäischer Politik und die gemeinsame Solidarität mit den Betroffenen viel wirkmächtiger zur Sprache bringt, als jede und jeder für sich alleine.“



Olaf Cramm, DGB-Gewerkschaftssekretär erklärte anlässlich der Aktion:
„Menschenrechte sind für uns Gewerkschaften nicht verhandelbar. Sie zu schützen ist im Interesse eines demokratischen Europas, das auf Menschenwürde aufbaut. Das drückt die Seebrücke aus“